Waldmeister

WALDMEISTER

Asperula odorata L.

Maikraut, Möschkraut, Meusch- und Gliedkraut wird der Waldmeister im Volksmund genannt. Man trifft ihn am häufigsten in Buchenwäldern an. Er ist sehr zart gebaut. Seine Blüten sind klein, die Stängel dünn, die Blätter weich und graugrün. Um sich her verbreitet er einen eigentümlichen Duft. Wenn ihn im Herbst die fallenden Blätter zugedeckt haben, bleibt er unter ihnen im milden Winter bis zum Frühjahr grün. Er beginnt im Mai zu blühen.

Kurz vor der Blüte bereitet man aus ihm den „Maitrank“ oder die Maibowle, die Waldmeisterbowle.

Waldmeister spielt in der überlieferten Kräuterheilkunde eine gewisse Rolle. Er soll, ohne zu reizen, Blut, Leber, Galle und Niere reinigen und den Harn treiben. Darum erfrischt er auch so gut.

Manche Raucher pflegten ihn dem Tabak beizumischen, um ihm ein besseres Aroma zu geben.

Für den Hausgebrauch sammeln wir ihn auch heute noch in kleinen Sträußen. Wir trocknen diese entweder im Ganzen oder breiten die einzelnen Pflanzen schön locker aus.

Früher – an manchen Orten selbst heute noch – legten die Menschen das zerquetschte Blattwerk auf Geschwüre und versuchten noch eine Reihe anderer Krankheiten mit ihm zu behandeln. Das gelang nicht immer. Wir sehen heute im Waldmeister vor allem den Frühlingsboten, der uns vom wiedererwachenden Leben in der Natur erzählt.

Die Familie der Rötegewächse, zu denen der Waldmeister gehört, besteht in Europa, Asien und Australien sowie in Nordafrika aus etwa hundert Arten. Unseren Waldmeister ist weit verbreitet. Wir können ihn in Sibirien, ebenso auch in Nordafrika auf dem Atlasgebirge finden.

Gesammelt wird das ganze oberirdische Kraut vor und während der Blüte im April bis August.

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