Gänsefingerkraut

Gänsefingerkraut

Potentilla anserina L.

Diese Allerweltspflanze nennt man volkstümlich auch Gänsewitt oder Wittegäns.

Ihre Blätter schimmern auf der Unterseite wie Silber. Schon vor langen Zeiten, als jeder auf sich selbst angewiesen war, weil es keine Ärzte gab, benutzten die Menschen dieses Kraut als Heilmittel. Auch später verwendete man es noch, weil besonders die Menschen auf dem Lande zu arm waren, um sich von den Ärzten behandeln zu lassen.

Unser Gänsefingerkraut hat seinen Wert bis heute noch- nicht verloren, und es wird auch weiterhin helfen. Wir sammeln es vor und während der Blütezeit. Wie alle Heilkräuter dürfen wir diese Pflanzen nur von ganz sauberen Stellen nehmen, nicht etwa von dort, wo sich Gänse aufhalten. Das Gänsefingerkraut wächst nämlich mit besonderer Vorliebe an Dorfstraßen und auf dem Dorfanger um den Teich. Wie wir wissen, lassen sich die Gänse dort gern nieder, bleiben sitzen, sind bald da, bald dort, zertreten und beschmutzen dabei das Gänsefingerkraut genauso wie jedes andere Pflänzchen. An solchen Stellen also wollen wir es nicht sammeln.

Bei unserem Ausflug nehmen wir ein Körbchen mit. Die Wurzeln lassen wir im Erdboden und begnügen uns mit dem Kraut, das wir dann im Schatten an einem luftigen Ort trocknen. Dabei dürfen wir es nicht umwenden, damit die Blüten nicht abfallen!

Einst haben die Menschen die Gelbsucht damit vertreiben wollen. Damals wusste man noch nicht, dass es mehrere Arten dieser Krankheit gibt und dass jede anders behandelt sein will. Sollten wir einmal an Gelbsucht erkranken, dann werden wir uns mit Gänsefingerkraut nicht behandeln, sondern ein Krankenhaus aufsuchen. Dort müssen die Ärzte zunächst die Ursache unserer Krankheit feststellen. Erst dann können sie uns helfen, und zwar so, dass wir keine gesundheitlichen Schäden zurückbehalten. Sie sagen uns auch, wie wir uns verhalten müssen, um nicht noch einmal an Gelbsucht zu erkranken. Wir selbst könnten sonst große Fehler begehen, weil uns die nötigen Kenntnisse fehlen.

Im Ganzen gibt es etwa zweihundert Fingerkrautarten, davon wachsen bei uns achtzehn. Früher wurde auch noch die mit dem Gänsefingerkraut verwandte Blutwurz gesammelt.

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