Frauenmantel

GEMEINER FRAUENMANTEL

Gemeiner Frauenmantel

Alchemilla vulgaris L.

 

Dieser Hans Dampf in allen Gassen war vor drei, bis vierhundert Jahren eine sehr berühmte Pflanze. Als damals die Alchimisten aus allen möglichen Dingen Gold machen wollten, suchten sie auch bei ihr Hilfe, worauf heute noch das lateinische Wort „Alchemilla“ hindeutet. So berühmt war sie. Das Volk aber nannte sie örtlich nur Gänsefuß. Warum? Nun, nur darum, weil ihre Blätter diesem ein wenig ähnlich sehen. Der einfache Mensch verlangte nie, dass ihm der Frauenmantel zu Gold verhelfe. Aber die Könige, sie brauchten das Gold als Lohn für ihre Soldaten. Da nun ihre Kassen für die Söldner immer leer standen und wirkliches Gold schwer aufzutreiben war, wollten sie versuchen, künstliches herstellen zu lassen. Dazu waren die Alchimisten da. Aber auch sie konnten kein Gold machen, und bis auf den heutigen Tag ist es noch niemandem gelungen.

Den Bauern war der Frauenmantel in anderer Hinsicht wertvoll. Er sollte als Tee das Blut reinigen. Man badete damals kleine eiternde Wunden in einem Absud von Frauenmantel; denn man kannte noch nicht die heutige „Jodtinktur“ oder ähnliche Medikamente. Auch bei den Mädchen war er gern gesehen. Mit einem Absud von seinen Blättern wuschen sie sich am Abend das Gesicht.

Wir sammeln die Blätter mit den Stielen. Wir trocknen sie im Schatten an der Luft, wenden sie aber nicht um, da die getrockneten Blätter leicht brechen. Gesammelt wird während der Blütezeit, also von Mai bis September. Der Frauenmantel liebt Feuchtigkeit; wir werden ihn also vornehmlich an feuchten Orten finden. Die Wurzel lassen wir im Boden, um die Pflanzen nicht auszurotten.

 

Erntegut: Blätter mit Stielen (Mai-September)

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