Eberesche

Am schönsten sieht die Eberesche aus, wenn ihre korallenroten Beeren weithin leuchten. Kinder sammeln diese Beeren unterwegs ein, ziehen sie auf einen langen Faden und tragen sie als Halskette.

Aber nicht nur als Schmuck oder gar als Spielzeug werden die Früchte der Eberesche verwendet. Von vielen Menschen werden sie gesammelt und getrocknet. Im Ganzen gibt es auf der nördlichen Erdhalbkugel über fünfzig Vogelbeerarten. Bei uns wachsen vier, davon am häufigsten die Eberesche, die auch Quitschbeere oder Drosselbeere genannt wird. Sie liebt mittelhohe Lagen.

Der Mensch hat es verstanden, den Baum zu veredeln, so dass die vorerst bitteren Beeren genießbar wurden. Das Mus, das man aus ihnen gewinnt, ist sehr gesund, wenn auch etwas herb. Aber gerade deswegen schmeckt es uns besonders gut. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass·man hier und da aus den Beeren auch einen Likör bereitet.

Manchmal treffen wir im Garten eine Vogelbeerart an, die nicht runde, sondern birnenförmige Früchte hat. Sie stammt aus Südeuropa und wird Speierling genannt.

Dann gibt es noch einige verwandte Arten, die alle wild wachsen. Die wertvollste unter ihnen ist die Elsbeere, die·auch Atlasbeerbaum genannt wird. Sie hat herrliche weiße Blüten . Die braunen, wohlschmeckende nFrüchte wurden in früheren Zeiten auf den Märkten der Städte bündelweise angeboten. Heute scheint es beinahe, als ob der Atlasbeerbaum bei uns ausstirbt.

Als letzte Vogelbeerart wollen wir hier noch die Mehlbeere oder Mehl- Vogelbeere nennen, deren Blätter an der Unterseite weißgrau sind. Sie wächst am liebsten in Gebirgswäldern und in den Felsen über Schluchten und besitzt auch so korallenrote Früchte, denen allerdings der säuerliche Geschmack fehlt.

Erntegut: die reifen Früchte, besonders die der süßen Abart (September-Oktober)

Walderdbeere

Bei uns wachsen außer der Walderdbeere noch drei weitere Arten: die in Kultur stehenden Gartenerdbeeren, die wild wachsenden Knack- und die Zimterdbeeren.

In dieser fast über die ganze Welt verbreiteten Pflanzengattung unterscheiden wir etwa zehn Arten, einschließlich der, die in Mexiko und Chile wachsen.

Unseren Zwecken dienen also, nach allem was wir jetzt gehört haben, die Blätter der Walderdbeere am besten. Sie enthalten Gerbstoffe und das für den Stoffwechsel nötige Vitamin C. Als Arznei kann Erdbeerblättertee bei Nieren- und Blasenerkrankungen, bei Rheuma und Gicht, zur Blutreinigung sowie als Stärkungsmittel der Nerven angewendet werden.

Die Blätter sind ohne Stiel zu sammeln. Sie lassen sich leicht trocknen. Wenn wir genug Erdbeerfrüchte haben, heben wir uns nach Möglichkeit einen Teil für den Winter auf. Auch sie werden getrocknet, später gedünstet und mit Zucker bestreut. In diesen Beeren sind dann noch alle Nährstoffe zu finden, die sie im Sommer .enthielten.

Erntegut: Blätter (Mai-August)

Ehrenpreis

Waldehrenpreis

Veronica officinalis L.

Bei uns wachsen vierundzwanzig Ehrenpreis Arten. Diese Pflanze soll bei Erkältungen, Magen-, Darm- und Nierenleiden sowie bei Rheumatismus und auch bei Gicht heilende Wirkungen haben. Hautentzündungen sollen ebenfalls gemildert werden.

Da und dort heißt der Waldehrenpreis auch Wundheil oder Heil aller Welt und ähnlich. Diesen Namen erhielt er sicherlich dafür, weil er dem Menschen helfen und ihn von vielen Übeln befreien kann. Der Volksmund nennt ihn auch Apotheker- Ehrenpreis.

Erntegut: das blühende Kraut