Eisenkraut

ECHTES EISENKRAUT

Echtes Eisenkraut

Verbena officinalis L.

 

Auf jedem Schutthaufen, an jedem Weg ist diese schlichte Pflanze zu finden. Über einen halben Meter hoch wird sie und treibt, wenn sie besonders günstige Lebensbedingungen, also viel Raum und gute-Erde, hat, bis zu ·einem Meter hoch. Ihre Blütenkrone ist röhrenförmig, blass lila oder weißlich und ähnelt der eines Lippenblütlers, mit denen die Eisenkrautgewächse verwandt sind. Die vier Staubgefäße sind in den.

Die Röhren der Blütenkronen sind festgewachsen. Der Blütenstand bildet eine eigenartige Ähre. Diese blüht von unten nach oben auf. Aus den ältesten haben sich schon lange Samen gebildet, während sich die Ähre noch immer weiter streckt und die oberen Blüten aufbrechen.

Vielleicht liegt es an dieser eigenartigen schlanken Ähre, dass uns das Eisenkraut nicht so recht gefallen will. So werden wir kaum auf den Gedanken kommen, es wegen seiner Farben zu pflücken und mit nach Hause zu nehmen. Dennoch sollten wir es tun; denn das Eisenkraut ist wegen seines Gehaltes an verschiedenen Stoffen von den Ärzten sehr begehrt.

Mit vollem Recht könnte man nun sagen: ,,Wenn das Eisenkraut so eigenartig blüht, dass es sich niemals auf einmal entfaltet, wann sollen wir es dann sammeln? Wenn es zu blühen beginnt, wenn sich die Blüten in der Mitte öffnen oder erst, wenn es abblüht?“ Da wir nicht die Samen sammeln, sondern den oberen blühenden Teil der Pflanze haben wollen, müssen wir die Zeit abpassen, ehe sich die Samen bilden. Dann nehmen wir die noch jungen Teile und lassen sie trocknen. Selbstverständlich müssen einige Pflanzen stehenbleiben, damit sie auch im kommenden Jahr wieder wachsen können.

 

Erntegut: Blätter und blühende Spitzen, von Juli bis September

Frauenmantel

GEMEINER FRAUENMANTEL

Gemeiner Frauenmantel

Alchemilla vulgaris L.

 

Dieser Hans Dampf in allen Gassen war vor drei, bis vierhundert Jahren eine sehr berühmte Pflanze. Als damals die Alchimisten aus allen möglichen Dingen Gold machen wollten, suchten sie auch bei ihr Hilfe, worauf heute noch das lateinische Wort „Alchemilla“ hindeutet. So berühmt war sie. Das Volk aber nannte sie örtlich nur Gänsefuß. Warum? Nun, nur darum, weil ihre Blätter diesem ein wenig ähnlich sehen. Der einfache Mensch verlangte nie, dass ihm der Frauenmantel zu Gold verhelfe. Aber die Könige, sie brauchten das Gold als Lohn für ihre Soldaten. Da nun ihre Kassen für die Söldner immer leer standen und wirkliches Gold schwer aufzutreiben war, wollten sie versuchen, künstliches herstellen zu lassen. Dazu waren die Alchimisten da. Aber auch sie konnten kein Gold machen, und bis auf den heutigen Tag ist es noch niemandem gelungen.

Den Bauern war der Frauenmantel in anderer Hinsicht wertvoll. Er sollte als Tee das Blut reinigen. Man badete damals kleine eiternde Wunden in einem Absud von Frauenmantel; denn man kannte noch nicht die heutige „Jodtinktur“ oder ähnliche Medikamente. Auch bei den Mädchen war er gern gesehen. Mit einem Absud von seinen Blättern wuschen sie sich am Abend das Gesicht.

Wir sammeln die Blätter mit den Stielen. Wir trocknen sie im Schatten an der Luft, wenden sie aber nicht um, da die getrockneten Blätter leicht brechen. Gesammelt wird während der Blütezeit, also von Mai bis September. Der Frauenmantel liebt Feuchtigkeit; wir werden ihn also vornehmlich an feuchten Orten finden. Die Wurzel lassen wir im Boden, um die Pflanzen nicht auszurotten.

 

Erntegut: Blätter mit Stielen (Mai-September)

Eberesche

Am schönsten sieht die Eberesche aus, wenn ihre korallenroten Beeren weithin leuchten. Kinder sammeln diese Beeren unterwegs ein, ziehen sie auf einen langen Faden und tragen sie als Halskette.

Aber nicht nur als Schmuck oder gar als Spielzeug werden die Früchte der Eberesche verwendet. Von vielen Menschen werden sie gesammelt und getrocknet. Im Ganzen gibt es auf der nördlichen Erdhalbkugel über fünfzig Vogelbeerarten. Bei uns wachsen vier, davon am häufigsten die Eberesche, die auch Quitschbeere oder Drosselbeere genannt wird. Sie liebt mittelhohe Lagen.

Der Mensch hat es verstanden, den Baum zu veredeln, so dass die vorerst bitteren Beeren genießbar wurden. Das Mus, das man aus ihnen gewinnt, ist sehr gesund, wenn auch etwas herb. Aber gerade deswegen schmeckt es uns besonders gut. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass·man hier und da aus den Beeren auch einen Likör bereitet.

Manchmal treffen wir im Garten eine Vogelbeerart an, die nicht runde, sondern birnenförmige Früchte hat. Sie stammt aus Südeuropa und wird Speierling genannt.

Dann gibt es noch einige verwandte Arten, die alle wild wachsen. Die wertvollste unter ihnen ist die Elsbeere, die·auch Atlasbeerbaum genannt wird. Sie hat herrliche weiße Blüten . Die braunen, wohlschmeckende nFrüchte wurden in früheren Zeiten auf den Märkten der Städte bündelweise angeboten. Heute scheint es beinahe, als ob der Atlasbeerbaum bei uns ausstirbt.

Als letzte Vogelbeerart wollen wir hier noch die Mehlbeere oder Mehl- Vogelbeere nennen, deren Blätter an der Unterseite weißgrau sind. Sie wächst am liebsten in Gebirgswäldern und in den Felsen über Schluchten und besitzt auch so korallenrote Früchte, denen allerdings der säuerliche Geschmack fehlt.

Erntegut: die reifen Früchte, besonders die der süßen Abart (September-Oktober)

Walderdbeere

Bei uns wachsen außer der Walderdbeere noch drei weitere Arten: die in Kultur stehenden Gartenerdbeeren, die wild wachsenden Knack- und die Zimterdbeeren.

In dieser fast über die ganze Welt verbreiteten Pflanzengattung unterscheiden wir etwa zehn Arten, einschließlich der, die in Mexiko und Chile wachsen.

Unseren Zwecken dienen also, nach allem was wir jetzt gehört haben, die Blätter der Walderdbeere am besten. Sie enthalten Gerbstoffe und das für den Stoffwechsel nötige Vitamin C. Als Arznei kann Erdbeerblättertee bei Nieren- und Blasenerkrankungen, bei Rheuma und Gicht, zur Blutreinigung sowie als Stärkungsmittel der Nerven angewendet werden.

Die Blätter sind ohne Stiel zu sammeln. Sie lassen sich leicht trocknen. Wenn wir genug Erdbeerfrüchte haben, heben wir uns nach Möglichkeit einen Teil für den Winter auf. Auch sie werden getrocknet, später gedünstet und mit Zucker bestreut. In diesen Beeren sind dann noch alle Nährstoffe zu finden, die sie im Sommer .enthielten.

Erntegut: Blätter (Mai-August)

Ehrenpreis

Waldehrenpreis

Veronica officinalis L.

Bei uns wachsen vierundzwanzig Ehrenpreis Arten. Diese Pflanze soll bei Erkältungen, Magen-, Darm- und Nierenleiden sowie bei Rheumatismus und auch bei Gicht heilende Wirkungen haben. Hautentzündungen sollen ebenfalls gemildert werden.

Da und dort heißt der Waldehrenpreis auch Wundheil oder Heil aller Welt und ähnlich. Diesen Namen erhielt er sicherlich dafür, weil er dem Menschen helfen und ihn von vielen Übeln befreien kann. Der Volksmund nennt ihn auch Apotheker- Ehrenpreis.

Erntegut: das blühende Kraut

Brombeere

BROMBEERE

Brombeere

 

Bei uns gibt es über 200 Brombeerarten, allerdings einschließlich aller Kreuzungen und Unterarten. Das ist so viel, dass wir sie nicht unterscheiden können. Wir wollen einen Brombeerstrauch eben als Brombeerstrauch ansehen, welcher Art er auch immer angehört.

Wir sammeln nur seine Blätter ohne Stängel und trocknen sie im Schatten. Es ist allerdings zu empfehlen, eine Art auszusuchen, die nicht zu viele Dornen hat. Die Blätter des Strauches enthalten Gerbstoff und organische Säuren, wie Beinsteinsäure, Apfelsäure und Oxalsäure. Es ist erstaunlich, dass der Brombeerstrauch diese letztere Säure enthält, obwohl er nicht mit dem Sauerklee verwandt ist. Noch reichhaltiger sind seine Früchte! In den Brombeeren befindet sich Weinsäure, Salizylsäure und Zitronensäure. Dann enthalten sie noch Gummi, Zucker, Farbstoff und mehrere Vitamine.

Weil der Brombeerstrauch so sehr viele wertvolle Stoffe erzeugt, dürfen wir uns nicht wundern, dass sich die Menschen mit ihm von allen möglichen Krankheiten geheilt haben. Wir können auch für uns im Juni und Juli genügend Blätter sammeln, trocknen und ihren Absud als sehr guten Tee trinken. Er tut gut bei Erkältungen, Durchfällen und Entzündungen der Magen- und Darmschleimhäute.

Außerdem ist der Tee ein gutes Blutreinigungsmittel sowie ein Gurgelwasser. Man nimmt dazu zwanzig Gramm Blätter auf ein Liter Wasser und lässt es zwanzig Minuten kochen.

Auch der Beerensaft ist wertvoll. Dazu brauchen wir aber viele Beeren.

Noch besser schmeckt die -·Beere als Kompott oder als Marmelade.

Wenn wir einen Brombeerstrauch ausgraben, können wir auch die Wurzel zerkleinern und auf der Herdplatte trocknen. Aus naheliegenden Gründen wollen wir das aber nicht tun; denn der Brombeerstrauch ist eine der kostbarsten Heilpflanzen unserer Erde. Um nur die Wurzel haben zu wollen, ist es zu schade, im kommenden Jahr auf den ganzen Strauch und die wohlschmeckenden Beeren verzichten zu müssen.

Erntegut: Blätter (Juni-August), Früchte (August-Oktoher)

Echter Erdrauch

Echter Erdrauch

Fumaria officinalis L.

Die Blättchen dieser Pflanze sehen gewöhnlich aus, als hätte der Regen ihre Farbe  abgewaschen. Rauchfarben schimmert ihr Grün, und wie -vom Rauch oder Nebel verhüllt, wirken auch ihre vielen rosa Blüten mit den dunkler getönten Spitzen. Darum nennen wir die Pflanze Erdrauch. Ihr lateinischer Name lautet Fumaria, er kommt von ,,fumus“ , ,,Rauch“. Man bezeichnet sie auch als wilde Raute oder Freierskraut.

Hauptsächlich um das Mittelländische Meer herum gibt es an fünfzig Arten von Erdrauch, von denen manche in den Meeresgegenden die gleichen Heilstoffe wie unsere Raute enthalten. Der Erdrauch ist auf nahezu allen Böden anzutreffen. Nur im Walde finden wir ihn nicht, da er viel Licht braucht. Mit Vorliebe wächst er in Korn- und Kohlfeldern. Besonders in schütterem Getreide gedeiht er gut, weil er da mehr Platz hat. Trotzdem entzieht er dem Getreide kaum Nahrung. Auch auf Schutthaufen und in Gärten breitet er sich aus. Wenn es ihm gelingt, etwas Platz zu erobern, bevor ihn die anderen Pflanzen verdrängen können, wächst er in solchen Mengen, dass es aussieht, als steige Rauch aus der Erde. .

Dieses zarte Pflänzchen, das so schön und verträumt· aussieht, ist zu manchem gut. Es befreit den Menschen von vielen Schmerzen.

Wir trocknen seine grünen Teile, von denen wir die starken Stängel entfernen, während der Blütezeit von etwa Mai bis Juli in der prallen Sonne.

Wir selbst behandeln unsere Krankheiten nicht mit Erdrauch, sondern überlassen es den Fabriken, geeignete Arzneien aus ihm herzustellen. Bei schweren Erkrankungen gehen wir sowieso zum Arzt.

Gänsefingerkraut

Gänsefingerkraut

Potentilla anserina L.

Diese Allerweltspflanze nennt man volkstümlich auch Gänsewitt oder Wittegäns.

Ihre Blätter schimmern auf der Unterseite wie Silber. Schon vor langen Zeiten, als jeder auf sich selbst angewiesen war, weil es keine Ärzte gab, benutzten die Menschen dieses Kraut als Heilmittel. Auch später verwendete man es noch, weil besonders die Menschen auf dem Lande zu arm waren, um sich von den Ärzten behandeln zu lassen.

Unser Gänsefingerkraut hat seinen Wert bis heute noch- nicht verloren, und es wird auch weiterhin helfen. Wir sammeln es vor und während der Blütezeit. Wie alle Heilkräuter dürfen wir diese Pflanzen nur von ganz sauberen Stellen nehmen, nicht etwa von dort, wo sich Gänse aufhalten. Das Gänsefingerkraut wächst nämlich mit besonderer Vorliebe an Dorfstraßen und auf dem Dorfanger um den Teich. Wie wir wissen, lassen sich die Gänse dort gern nieder, bleiben sitzen, sind bald da, bald dort, zertreten und beschmutzen dabei das Gänsefingerkraut genauso wie jedes andere Pflänzchen. An solchen Stellen also wollen wir es nicht sammeln.

Bei unserem Ausflug nehmen wir ein Körbchen mit. Die Wurzeln lassen wir im Erdboden und begnügen uns mit dem Kraut, das wir dann im Schatten an einem luftigen Ort trocknen. Dabei dürfen wir es nicht umwenden, damit die Blüten nicht abfallen!

Einst haben die Menschen die Gelbsucht damit vertreiben wollen. Damals wusste man noch nicht, dass es mehrere Arten dieser Krankheit gibt und dass jede anders behandelt sein will. Sollten wir einmal an Gelbsucht erkranken, dann werden wir uns mit Gänsefingerkraut nicht behandeln, sondern ein Krankenhaus aufsuchen. Dort müssen die Ärzte zunächst die Ursache unserer Krankheit feststellen. Erst dann können sie uns helfen, und zwar so, dass wir keine gesundheitlichen Schäden zurückbehalten. Sie sagen uns auch, wie wir uns verhalten müssen, um nicht noch einmal an Gelbsucht zu erkranken. Wir selbst könnten sonst große Fehler begehen, weil uns die nötigen Kenntnisse fehlen.

Im Ganzen gibt es etwa zweihundert Fingerkrautarten, davon wachsen bei uns achtzehn. Früher wurde auch noch die mit dem Gänsefingerkraut verwandte Blutwurz gesammelt.

Pfefferminze

Pfefferminze

 

Mentha piperita L.

 

Niemand hat wohl bisher die Sorten und Arten der Minze so recht zusammengezählt! Aber nicht etwa deshalb, weil es so viele gibt. Sondern weil man nicht weiß, was bei ihnen eine eigene Art und was eine Kreuzung ist.

Im Volke wird die Pfefferminze gewöhnlich „Balsam“ genannt. Sie entstand wohl aus einer Kreuzung der Wasserminze mit der Grünen Minze. Alle Minzen enthalten einen ätherischen Stoff, das Menthol, das in der japanischen Minze am reichlichsten vorkommt. Sie war ursprünglich in Ostasien und Nordamerika beheimatet und wird in Japan noch heute als Droge, also als Heilstoff, gezüchtet. Auch bei uns wird die Pfefferminze angebaut. Wild können wir lediglich die Wasserminze sammeln, deren Blätter aber nicht so wertvoll sind. Wir pflücken entweder das ganze Kraut oder nehmen nur die Blätter. Die vom Minzenrost befallenen Blätter sammeln wir natürlich nicht.

Alle anderen trocknen wir an der Luft im Schatten, damit sich nicht zu viel Menthol verflüchtigt. Die Blätter lassen sich sehr gut trocknen.

Wir mischen ihre Blätter unserem gewöhnlichen Tee bei, aber nur so viel, dass der Tee den Mentholbeigeschmack bekommt. Dauernder Genuss von Pfefferminze reizt den Magen und ist auf Dauer gesundheitsschädlich. In den Städten Nordafrikas trinken die Araber einen starken Minzentee.

 

Die Pfefferminze wird nur in Beeten gezüchtet, nachdem die Setzlinge im Mistbeet gezogen wurden. Eine solche Kultur hält/sich etwa drei Jahre, dann haben die Wurzeln den Boden· so stark ausgesaugt, dass die Pflanzen immer schwächer werden. Wenn viel Minze-wächst, duftet auch der Boden um die Wurzel herum nach Menthol.

Das Pfefferminzöl ist kein einheitlicher Stoff, sondern besteht zu 80% aus Menthol und zu 20% aus anderen Stoffen. Alle Minzenarten enthalten Menthol, doch ist die prozentuale Zusammensetzung jener Stoffe, die das Pfefferminzöl bilden, unterschiedlich. Darum hat jede Minze einen anderen Geschmack.

Waldmeister

WALDMEISTER

Asperula odorata L.

Maikraut, Möschkraut, Meusch- und Gliedkraut wird der Waldmeister im Volksmund genannt. Man trifft ihn am häufigsten in Buchenwäldern an. Er ist sehr zart gebaut. Seine Blüten sind klein, die Stängel dünn, die Blätter weich und graugrün. Um sich her verbreitet er einen eigentümlichen Duft. Wenn ihn im Herbst die fallenden Blätter zugedeckt haben, bleibt er unter ihnen im milden Winter bis zum Frühjahr grün. Er beginnt im Mai zu blühen.

Kurz vor der Blüte bereitet man aus ihm den „Maitrank“ oder die Maibowle, die Waldmeisterbowle.

Waldmeister spielt in der überlieferten Kräuterheilkunde eine gewisse Rolle. Er soll, ohne zu reizen, Blut, Leber, Galle und Niere reinigen und den Harn treiben. Darum erfrischt er auch so gut.

Manche Raucher pflegten ihn dem Tabak beizumischen, um ihm ein besseres Aroma zu geben.

Für den Hausgebrauch sammeln wir ihn auch heute noch in kleinen Sträußen. Wir trocknen diese entweder im Ganzen oder breiten die einzelnen Pflanzen schön locker aus.

Früher – an manchen Orten selbst heute noch – legten die Menschen das zerquetschte Blattwerk auf Geschwüre und versuchten noch eine Reihe anderer Krankheiten mit ihm zu behandeln. Das gelang nicht immer. Wir sehen heute im Waldmeister vor allem den Frühlingsboten, der uns vom wiedererwachenden Leben in der Natur erzählt.

Die Familie der Rötegewächse, zu denen der Waldmeister gehört, besteht in Europa, Asien und Australien sowie in Nordafrika aus etwa hundert Arten. Unseren Waldmeister ist weit verbreitet. Wir können ihn in Sibirien, ebenso auch in Nordafrika auf dem Atlasgebirge finden.

Gesammelt wird das ganze oberirdische Kraut vor und während der Blüte im April bis August.